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Abenteuer Asien


Samstag, 22. November 2008
Neues zwischendurch ...
By ralfweyda, 21:06

Hallo liebe Leser,

nun stecke ich mitten in den unmittelbaren Vorbereitungen.
Die Erledigung der Formalitäten ist eingeleitet, und ich habe noch viele Sachen zu checken. Bei der Recherche stoße ich immer wieder auf neue Fragen, die ich noch nicht bedacht habe. Aber so ist das wohl immer ...

Am 13. Januar 2009 geht es los, falls ich in der kommenden Woche das Flugticket bezahle. Der Flieger startet um 22 Uhr. Dann werde ich am 14. Januar etwa um 17 Uhr Ortszeit mein neues Leben beginnen.
Der erste Heimaturlaub ist dann acht Wochen später geplant...

Langsam bekomme ich Schmetterlinge im Bauch.


Blick auf Singapore kurz nach dem Start

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Montag, 10. November 2008
Crazy sightseeing
By ralfweyda, 18:39

Die strenge Kontingentierung der Besichtigungszeit hatte zwei Ursachen. Zum Einen war das Mittagessen vorbestellt, und zum Anderen ging für Einige der Flieger schon an diesem Abend. Das Programm hatte nämlich noch Einiges zu bieten...

Also fuhren wir recht pünktlich nach Deannas Vorgabe weiter. Es ging zum Bukit Tinggi Resort. Der Bus verließ Batu Caves, und von nun ab ging es immerzu bergauf. Bukit Tinggi liegt rund 3.000 Fuß - also nicht ganz 1.000 Meter - über dem Meeresspiegel. Nun bekam ich auch erstmals einen echten tropischen Regenwald aus der Nähe zu sehen. Der Anblick der Landschaft war atemberaubend.



In Bukit Tinggi findet der Besuche unter Anderem ein japanisches Dorf, Japanese Village. Angeblich soll dort das weltweit erste japanische Teehaus in einem tropischen Regenwald stehen. Ich habe diese selbstbewusste Aussage bisher nicht überprüft, und ich habe auch nicht vor, das zu tun. Ich glaube es einfach mal.
Der Japanische Garten bot einige reizvolle Ansichten und Anregungen für die Gestaltung des eigenen Gartens. Allerdings werde ich dann wohl einen Bagger bestellen müssen...



Im japanischen Restaurant gab es dann mit ein wenig Verspätung das Mittagessen. Nun, das Personal gab sich alle erdenkliche Mühe, und das Essen war reichlich und schmeckte auch. So richtig begeistert war ich allerdings nicht. Vielleicht hatte ich ja das falsche Gericht ausgewählt, jedenfalls riss es mich nicht vom Hocker. - Ein paar Tage später sollte ich bei japanischer Küche wesentlich größere Gaumenfreuden erleben ...

Dann sah ich Tropical Colmar, den malaysischen Nachbau eines Teils der französischen Stadt Colmar.



Selten habe ich bisher soviel Kitsch auf einem Fleck gesehen. Wenn die Fassaden aus Kunststoff gewesen wären - mich hätte es nicht verwundert. Die "Balken" des "Fachwerks" waren jedenfalls nur Attrappen. Für die Landsleute wird es eine Attraktion darstellen, ich konnte mir ein Grinsen dagegen nicht verkneifen.
Auf der Bühne boten ein paar hübsche Mädchen die malaysische Interpretation des französischen Kulturguts, die von brasilianischer Salsa über Western-Saloon-Music bis zum Can-Can reichte. Sie gaben sich wirklich Mühe, und das Publikum war begeistert.


Zum Glück ging es dann auch bald weiter zum letzten Programmpunkt, einem Besuch der Genting Highlands. Diese Erholungsstätte liegt etwa 1850 Meter über dem Meeresspiegel, ein Pullover oder eine Jacke ist da schon empfohlen. Sie soll Anfang der 60er Jahre von einem reichen Geschäftsmann erbaut worden sein. Im Laufe der Jahre ist dort eine Reihe von Hotels entstanden. Unter anderem soll sich das weltgrößte Hotel dort befinden. Es handelt sich um das Hotel First World mit über 6.000 Zimmern. Die Rezeption hat 36 Schalter. Der gesamte Hotelkomplex, zu dem vielleicht 5 oder 6 Hotels gehören mögen, ist untereinander verbunden. Wenn man ein Hotel betritt, kann man von dort zu allen anderen gelangen, ohne ans Tageslicht zu gelangen. Angesichts dieser Zahlen von Erholung zu sprechen, dürfte nur die halbe Wahrheit sein...



Natürlich fehlt der obligatorische Freizeitpark nicht. Genting Highlands wird auch das Las Vegas von Malaysia genannt.
Der Rückweg führte unter dem First World hindurch. Ich hatte den Eindruck, dass der Bus durch die Lobby fuhr.

Immerhin hatten wir noch soviel Zeit, einen chinesischen Tempel zu besuchen. Leider habe ich mir seinen Namen nicht gemerkt. Er ist ziemlich spektakulär direkt am Berghang gelegen.



Auch wenn man nicht viele Details erkennt, ist es doch ein sehr stimmungsvolles Bild.

Der Bus brauchte für den Rückweg etwa eine Stunde. Ich schnallte mich auf der Rückfahrt sicherheitshalber mal an. Der Fahrer nahm einige der vielen Kurven doch für meinen Geschmack sehr optimistisch, so dass ich mich zu dieser Vorsichtsmaßnahme entschloss. Doch zum Glück passierte nichts, die Fahrt verlief ohne Zwischenfälle.
Mit Abendessen und einem Bummel klang dieser Abend dann aus. Es brauchte dann auch nicht mehr viel, dass ich ziemlich freiwillig ins Bett fiel ...

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Donnerstag, 06. November 2008
Noch mehr Sehenswürdigkeiten
By ralfweyda, 21:19

Der Freitag klang dann mit einem ordentlichen chinesischen Abendmahl für sehr wenig Geld aus. Nachdem ich endlich ein Internetcafé gefunden hatte, frönte ich einer Leidenschaft und sah mir die Welt an ...
Ich schrieb einige EMails an die Familie und Freunde, verewigte mich hier im Blog - einige Einträge weiter vorn, Ihr erinnert Euch vielleicht - und chattete. Die ganze Veranstaltung war sehr preiswert. Für knapp dreieinhalb Stunden Internet musste ich 8 Ringgit hinlegen, das waren keine zwei Euro.
Als ich aus dem Internetcafé herauskam - es lag in der Petaling Street in Chinatown - waren die Stände schon abgebaut und die Straße fast menschenleer. Die Monorail hatte den Betrieb auch schon eingestellt, also stand ich vor der Wahl, entweder zu laufen oder ...
So entschied ich mich für das Taxi, was nachts dann nicht mehr ganz so günstig ist, für unsere Verhältnisse mit 4 Euro aber immer noch sehr, sehr preiswert.
Nach diesem Tag war ich nun doch einigermaßen müde. Es hieß auch, Kraft zu tanken für den nächsten Tag, also entschied ich mich fürs Bett.

Der Samstag erwartete uns mit einem ganztägigen Ausflug in die nähere Umgebung Kuala Lumpurs. Deanna hatte wieder einen Bus dabei und holte uns gut gelaunt vom Hotel ab.
Als erstes ging es zur Royal Selangor Pewter Factory, einer Fabrik, in der allerlei Zinngefäße und -gegenstände hergestellt werden.



Schon interessant, die vielen kleinen und großen Kostbarkeiten zu sehen. Eine kurze Führung durch die Fabrik war dabei, die sich aber leider nur auf ein paar Erläuterungen und einige wenige Arbeitsschritte beschränkte.


Eine Kollegin beim Plandrehen der Böden der Becher.

Insgesamt überwog die zur Verfügung stehende Zeit zur Besichtigung und den Erwerb der Schätze. Aber das hatte ich ja schon in Vietnam so erlebt. Die vielen angebotenen Gegenstände sahen teilweise sehr schön aus, aber bisher habe ich mir nichts aus Zinnbechern gemacht, und so werde ich sie auch in Zukunft nicht vermissen, zumal die Preise nicht in meiner Gewichtsklasse lagen ...
Trotzdem war es eine interessante Station.

Auf der Fahrt zur nächsten Sehenswürdigkeit stellte ich fest, dass es auch weit außerhalb des Zentrums sehr ordentlich und sauber aussieht. Sicher, wenn man genauer hinsehen will, findet sich hier und da die eine oder andere "Schmuddelecke", aber das ändert nichts an dem sehr positiven Gesamtbild, dass ich von Kuala Lumpur gewonnen habe.



Wir kamen etwa zur Mittagszeit bei den Batu Caves an. Das sind mehrere Kalksteinhöhlen nördlich von Kuala Lumpur, die ein paar Hindu-Tempel beherbergen. Deanna gab uns genau 30 Minuten Zeit, die Lokalität zu besichtigen. Zu den Höhlen führt eine Treppe mit 272 Stufen.


Die vergoldete Statue ist fast 43 Meter hoch und stellt die indische Gottheit Murugan dar. Es soll die weltgrößte vergoldete Statue sein.

In der brütenden Mittagshitze hatte ich überhaupt keine Lust, die Treppe zu erklimmen und mich dann oben von Affen beklauen zu lassen. Also suchte ich mir den nächsten Obstverkaufsstand und genehmigte mir auf Empfehlung unserer Begleiterinnen eine kalte Kokosnuss. Der Saft war einfach köstlich und genau das Richtige bei der Hitze.



Die Zeit dort verging recht schnell, und die 30 Minuten waren doch knapp bemessen. So kamen auch einige, die sich unbedingt die Höhlen ansehen wollten, ziemlich erschöpft und durchgeschwitzt zum Bus zurück. Heimlich beglückwünschte ich mich zu meinem Entschluss, auf das Treppensteigen zu verzichten ...

- wird fortgesetzt -

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Mittwoch, 05. November 2008
Das ehemals meistfotografierte Gebäude Malaysias
By ralfweyda, 20:24

Nachdem am Freitag vormittag auch gearbeitet wurde, ging es nach dem Lunch im Hotel auf die angekündigte Stadtrundfahrt. Unsere Reisebegleiterin Deanna hatte wieder einen klimatisierten Bus dabei, als sie uns vom Hotel abholte. Unterwegs erzählte sie einige interessante Geschichten. Eine handelte auch vom Regen, den es zu dieser Jahreszeit recht regelmäßig täglich am Nachmittag geben soll...

Der Bus fuhr also los zur ersten geplanten Station, dem Königspalast Istana Negara. Leider war eine Besichtigung der Gemächer nicht möglich, weshalb wir mit dem Anblick von außerhalb des Geländes vorlieb nehmen mussten. Und um die Geschichte wahr werden zu lassen, fing es kurz vor unserer Ankunft am Palast an zu regnen.
"Sie können den Bus jetzt kurz verlassen, um ein paar Fotos zu machen." rief uns Deanna mit verschmitztem Lächeln zu...
Ich ließ mich nicht vom Regen abhalten. Zum Glück war gleich in der Nähe ein Unterstand, von dem aus ich ein paar Fotos machen konnte, ohne nass zu werden.



Die Palastwache wird vom I. Bataillon des 1. Königlichen Regiments gestellt. Bei irgendeinem Wettbewerb haben die Jungs mal gewonnen und durften als Auszeichnung einen Monat lang Buckingham Palace bewachen.


Als nächstes ging es dann zum Thean Hou Tempel, einem der größten chinesischen Tempel in Südostasien. Er wurde auf dem Robson Hill errichtet.


Will man das Innere eines solchen Tempels besichtigen, heißt es natürlich "Schuhe ausziehen!" Angesichts meiner nackten Füße in den Latschen beschlich mich ein ungutes Gefühl. Egal, Latschen aus und hinein. Sofort waren alle Bedenken angesichts der Pracht vergessen.


Hinter dem Tempel fand sich ein Gehege für Schildkröten. Diese waren aber nicht etwa für die Suppe gedacht! Nein, Schildkröten werden dort als heilige Tiere verehrt.

Vom Tempel aus ging es dann weiter zur Nationalen Moschee. Es ist ein ziemlich neues Gebäude mit einer interessanten Architektur. Die Gebetshalle hat die Form eines aufgespannten Regenschirmes. Das Minarett sieht dagegen wie ein geschlossener Regenschirm aus.


Apropos Regen. Er hatte wie versprochen nach einer knappen halben Stunde aufgehört. Aber noch waren genug Wolken am Himmel, die nun Gelegenheit zu interessanten Schnappschüssen boten:


Unweit der Nationalen Moschee findet man den Merdeka Square, den Unabhängigkeitsplatz. Hier wurde am 31. August 1957 zum ersten Mal die malaiische Nationalflagge gehisst und die Unabhängigkeitserklärung des Landes gefeiert.
Auf dem Platz findet man auch den höchsten Fahnenmast der Welt. Wenn ich richtig hingehört und verstanden habe, ist dieser Mast 106 Meter hoch. Jedenfalls weht die Nationalflagge stolz im Wind und schien mir doch ein wenig größer zu sein, als das Exemplar, welches ich tagszuvor in Chinatown erstanden hatte.


Und jetzt will ich auch ein Foto des Gebäudes zeigen, das bis zur Errichtung der Petronas Towers das meistfotografierte Gebäude Malaysias war. Es ist das Sultan Abdul Samad Building. Der Sultan als Bauherr soll lange Jahre in Indien gelebt und bei seiner Rückkehr den Bau dieses Gebäudes in Auftrag gegeben haben.




An diesem Tag habe ich noch eine ganze Menge Fotos gemacht. Ich würde sie gerne alle hier einstellen, was aber den Rahmen dieses Blogs sprengen würde. Ich hoffe, ich konnte mit meiner Auswahl wenigstens einen kleinen Eindruck vermitteln. Für mich ist Kuala Lumpur eine schöne Stadt.

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Sonntag, 02. November 2008
Das meistfotografierte Gebäude Malaysias
By ralfweyda, 10:12

Sicher gibt es noch andere Sehenswürdigkeiten - und sicher zeige ich noch einige hier - aber diese Komposition aus Edelstahl und Glas schmeichelt meinem Auge.
Wenn man beim Verlassen des Hotels schon so einen Blick hat ...


Der nächste Tag, der 9. Oktober, war mit Arbeit angefüllt, wir waren ja schließlich nicht im Urlaub. Die Gespräche mit den malaysischen Interessenten und potentiellen Kunden verliefen ausnahmslos in einer angenehmen Athmosphäre. Dass ich im Januar meine Arbeit dann in Singapur aufnehmen werde, wurde generell positiv und mit großem Interesse aufgenommen.

Nach der Arbeit ging es zu einem kurzen Einkaufsbummel. Ich schloss mich an, weil ich auf der Suche nach einem Internetcafé war. Ansonsten hat mich Chinatown nicht mehr interessiert, denn Uhren wollte ich nun wirklich nicht kaufen.
Dafür war das Essen ausgezeichnet. In einem kleinen chinesischen Restaurant hatte ich Seafood-Nudel-Suppe. Der Kellner meinte, ich solle vorsichtig sein. "Spicy!" - Scharf! Nun, spicy ist doch okay, dachte ich mir. Schließlich gibt's ja noch hot, was dann richtig scharf ist...
Die Suppe war wirklich köstlich und auch richtig Seafood drin: Tintenfisch, Muscheln und anderes Getier, was ich so nicht identifizieren konnte. Die Farbe der Suppe war rot, was durchaus auf die Menge des verwendeten Chilis schließen ließ. Na gut, Augen zu und durch!
Ziemlich bald begann meine Nase zu laufen, was ein untrügliches Zeichen für Schärfe ist. Mir wurde auch ziemlich warm. Okay, ich gebe zu, dass ich nicht erwartet hatte, auf eine solche Schärfe zu treffen. Allerdings war die Suppe auch nicht so scharf, dass sie ungenießbar gewesen wäre. Im Gegenteil, sie war köstlich! Nach ein paar Löffeln (das ist eigentlich nicht ganz korrekt, denn ich aß die Suppe überwiegend mit Stäbchen) hatte ich mich an die Schärfe gewöhnt und konnte richtig genießen. Dass ich umgerechnet nur rund 2 Euro für die Suppe bezahlte, machte das Erlebnis richtig rund.

An diesem Abend fand ich kein Internetcafé, so dass ich mich entschloss, mit zum Hotel zurückzukehren. Dort erinnerte ich mich meines Vorhabens und ging gleich weiter zu den Petronas Towers.



Immer wieder fasziniert mich der Anblick der Türme bei Nacht.
Leider hatte ich kein Stativ dabei. Es ist recht schwierig, bei den langen Belichtungszeiten nachts nicht zu wackeln. Hin und wieder ist es mir gelungen.


Tolle Perspektive:


Im nächsten Beitrag zeige ich dann das bis zur Errichtung der Petronas Towers meistfotografierte Gebäude Malaysias ...

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Samstag, 01. November 2008
Selamat datang!
By ralfweyda, 11:37

Am nächsten Tag, dem 8. Oktober 2008, sollte es zur nächsten Station unserer Reise gehen: Kuala Lumpur. Ich freute mich schon sehr auf dieses Wiedersehen, hatte ich doch von Kuala Lumpur im Januar bereits einen sehr guten Eindruck gewonnen.
Der Flug ging um 10.30 Uhr, so blieb noch genügend Zeit für ein Frühstück im Hotel, ohne allzu früh aufstehen zu müssen. Der Transfer zum Flughafen erfolgte wieder mit dem Bus, alles war wie gewohnt perfekt organisiert.
Auf dem Flughafen selbst fühlte ich mich etwas unwohl, als bei der Passkontrolle der uniformierte Beamte ohne jegliche Gesichtsregung sehr ausführlich meinen Pass durchblätterte. Als ich dachte, jetzt sei er fertig, nahm er sich den Pass noch einmal vor... Es schienen endlose Minuten zu sein, doch dann war es vorbei und ich durfte ausreisen.
Der Flug selbst war nur ein kleiner Hüpfer von etwa 90 Minuten. Vietnam Airlines bot sogar ein Essen an, welches ganz ordentlich schmeckte. Nur der Kaffee - oder das, was die Crew als Kaffee anbot - war einfach grässlich! Das Gebräu schmeckte, als hätte man ein Fass Mekong-Wasser neben eine Dose löslichen Kaffees gestellt und das Ganze eine Stunde ziehen lassen.
Dafür waren die Mädels der Cabin Crew eine Augenweide. Ein kleiner Wermutstropfen mischte sich doch darunter: sie lächelten recht selten. Eigentlich schade.

Dann war es soweit. Die Palmölplantagen kündigten die Landung in KLIA - Kuala Lumpur International Airport - an. Noch ein kurzer Blick auf die F1-Rennstrecke Sepang, dann setzte der Airbus 321 butterweich auf.

Flughafen KLIA

Am Gepäckband erwartete ich dann meinen Koffer. Er kam auch recht schnell, es waren ja nicht so viele Passagiere in dem kleinen Flugzeug. Zuerst schien der Koffer äußerlich völlig in Ordnung, doch dann merkte ich, dass er recht schwer rollte und ich doch einige Kraft aufwenden musste, um ihn hinter mir herzuziehen. Also schaute ich noch mal nach, und siehe da, es fehlte eine Rolle. Sie war einfach abgerissen. Nun, das Problem konnte gelöst werden. Ich machte bei Malaysian Airlines eine Schadensmeldung, die organisierten einen Reparaturservice, der den Koffer vom Hotel abholte und später repariert wieder zurückbrachte. Perfekt gelaufen, auch dank der freundlichen Unterstützung des Hotels.
Nun bin ich der Meinung, dass das Spannendste am Fliegen nicht das Fliegen ist, sondern die Frage, ob und in welchem Zustand man sein Gepäck wiedersieht ...

Wir wurden von der MGCC, der Malaysisch-Deutschen Handelskammer, empfangen und zum Hotel gebracht. Ich wusste ja im Vorfeld der Reise schon, dass es wieder das Renaissance Hotel Kuala Lumpur sein würde. Nach den aufregenden Tagen in Ho Chi Minh City war es nun ziemlich beruhigend, sich auf bekanntem Terrain zu bewegen. Ich fühlte mich sofort wohl.
Nach dem Check-In und einer kurzen Erfrischung ging ich auf meine übliche Erkundungstour. Ich musste auch ziemlich schnell mein Verhalten im Straßenverkehr ändern, denn wie in Saigon einfach über die Straße gehen, wäre hier in KL lebensgefährlich. Also habe ich lieber die Ampeln benutzt und auch befolgt. Sehr viel Zeit hatte ich jetzt aber nicht, denn es stand ein Besuch der MGCC auf dem Programm.
Die Organisatoren schickten hierfür einen Bus zum Hotel, obwohl es nur etwa 10 Minuten zu Fuß gewesen wären ...
Dann war ich zum zweiten Mal in der weltweit höchst gelegenen deutschen Außenhandelskammer. Sie befindet sich im 47. Stock des Menara Am Bankgebäudes direkt gegenüber der Petronas Twin Towers. In der Kammer befindet man sich sogar noch etwas höher als in der Skybridge.
Es war schön, bekannte Gesichter wiederzusehen. Der Empfang war sehr herzlich.

Selamat datang!
Das ist malaiisch und heißt Herzlich willkommen!

Wir sahen eine kurze Präsentation der Arbeit der Kammer und eine Einführung zur wirtschaftlichen Situation Malaysias. Anschließend ging es mit dem Bus zum Central Market. In diesem Markt gab es auch ein chinesisches Restaurant, in welchem wir das Abendessen genossen.
Aber auch hier musste ich nach ordentlichem Essbesteck fragen, denn es waren Messer, Gabeln und Löffel aufgelegt. Der Kellner legte ein anerkennendes Lächeln auf und brachte mir die Chopsticks. Oh je, dachte ich, als ich die Stäbchen betrachtete. Sie waren aus Edelstahl ... Schlagartig erinnerte ich mich an meine ersten mühseligen Versuche in Korea. Es erfordert schon Übung, Tintenfisch in einer Soße mit glatten Stäbchen aus Edelstahl zu fassen und unfallfrei zum Mund zu führen.

Nach dem Essen machten wir einen Abstecher nach Chinatown in die Jalan Petaling. Jalan ist malaiisch und heißt unter anderem auch Straße, wird aber auch als Gleichnis für Los geht's! (engl. Let's go!) verwendet. In der Petaling Street (Jalan Petaling) wird Tag für Tag ein Markt aufgebaut.


Hier sieht es noch vergleichsweise leer und ruhig aus. An anderen Abenden habe ich in der Straßenmitte noch zusätzlich zwei reihen Verkaufsstände gesehen. Dann bleiben nur zwei schmale Gänge übrig und man hat unmittelbaren Kontakt zu den Verkäufern. Nur gut, dass die hier nur aufdringlich sind und einem nicht hinterherrennen. Wenn man auf der Suche nach billigen Uhren oder T-Shirts oder Gürteln und Handtaschen ist, dann ist man hier genau richtig. Ich habe auch was gekauft auf diesem Markt: frisch aufgeschnittenes Obst und eine Flasche Wasser.

Die Rückfahrt erledigte ich mit der U-Bahn, einem sehr preiswerten Verkehrsmittel. Als ich aus der U-Bahn-Station herauskam, sah ich dieses Bild:


In diesem Augenblick wurde mir klar, unbedingt abends noch mal zu den Towers zu gehen und Fotos zu machen. Für einen Besuch der Skybridge würde diesmal keine Zeit bleiben, was mich jedoch nicht zu sehr betrübte, denn ich war ja schon oben. Und bei meiner Arbeit würde ich später sicher noch die eine oder andere Gelegenheit haben, Kuala Lumpur zu besuchen.

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