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Abenteuer Asien


Mittwoch, 29. Oktober 2008
Ansichten (2)
By ralfweyda, 20:14

Der 7. Oktober hielt am Nachmittag eine Stadtrundfahrt für uns bereit. Mit dem Bus ging es erst mal quer durch die Stadt zu einem nagelneuen Restaurant in einem nagelneuen Golf-Resort. Das Essen bestand aus 9 Gängen, jeder Gang eine kleine Leckerei. Die jeweiligen Portionen waren nicht sehr groß, schmeckten aber dafür um so leckerer.

Die Bedienung des Restaurants traute uns Langnasen den Umgang mit dem traditionellen Essbesteck Asiens - den Chopsticks - wohl nicht so recht zu und legte Messer, Gabeln und Löffel auf. Zum Glück jedoch gab es doch noch Stäbchen. Viele der kleinen Leckereine sind mit den Stäbchen besser zu handhaben, wie ich finde.
Nicht gerade so ein hartes Schalentier, wie auf dem obigen Bild, aber Nudelsuppe geht eindeutig am Besten mit Stäbchen...

Nach dem Essen ging es dann zum Wiedervereinigungspalast. Nur gut, dass es zum Mittag keine Haxe mit Klößen gab, die hätte sich bei der schaukeligen Busfahrt wohl heftig bemerkbar gemacht. Der ehemalige Präsidentenpalast ist jetzt Museum.

Insgesamt legte unser Guide sehr viel Wert auf die Besichtigung des Palastes, so dass wir für die folgenden Sehenswürdigkeiten nicht mehr sehr viel Zeit übrig hatten. Dennoch ist der Palast recht sehenswert, weil er keine Bewertungen aus der Siegerperspektive enthält, sondern eine überwiegend sachliche Darstellung der Geschichte.

Nach dem Palast besuchten wir das War Remnants Museum. Im Hof kann man allerlei eingesetztes amerikanisches Kriegsgerät besichtigen.

Es war schon beklemmend, vor allem die Ausmaße verschiedener Bomben zu sehen. Immerhin habe ich einige Bilder gemacht.
Dann sah ich mich in der Halle um. Man konnte dort jede Menge Fotos aus dem Vietnamkrieg sehen. Die bekannten Bilder der Agentur Reuters waren darunter, aber auch eine Reihe unbekannter Fotografien. Die Wucht der Bilder schien mich zu erschlagen. Ich war nicht fähig, dort drin zu fotografieren. Auch hier wieder keine Wertung, nur Bildunterschriften mit einer Erklärung des Inhalts. Es handelte sich um Bilder, die die Kriegsverbrechen der Amerikaner dokumentierten...

Da war der folgende Besuch einer Manufaktur für Lackmalereien genau das richtige Kontrastprogramm.
Eine junge Frau empfing und begrüßte uns auf Deutsch. Sie erläuterte kurz die wichtigsten 18 oder 19 Arbeitsschritte auf dem Weg zu einem kleinen Kunstwerk. Schleifen schien so ziemlich eine der wichtigsten Arbeiten zu sein. Unten mal ein Schleifer bei der Arbeit:


Bei den Lackmalerein werden auch oft Einlegearbeiten angefertigt. Diese können aus Perlmutt bestehen oder aus gerösteten Eierschalen. Geröstet werden die Schalen deshalb, weil man damit die Eierschalen einfärben kann.
Hier mal ein Künstlerin bei der Verarbeitung der Eierschalen:

Auf Pergamentpapier wird ein genauer Plan von der Lage, Farbe und Form der Eierschalen-Splitter aufgezeichnet und die Splitter dann auf der Fläche angeordnet. Es sah nach einem langwierigen Geduldsspiel aus.
Natürlich wurden wir auch durch den Ausstellungs- und Verkaufsraum geführt. Bei den Preisen schrumpfte meine Kauflust allerdings gegen Null ...
Schön anzusehen waren die ausgestellten Kunstwerke aber allemal.

Auf der Fahrt durch die Stadt sah ich vor allem Mopeds.


Manchmal war es haarsträubend, wie nahe die Piloten noch den Bus umkurvten. Jetzt zum Feierabend bekam ich langsam einen Eindruck von der gewaltigen Zahl der Zweiräder.

Aber auch solche Bilder konnte man sehen.


Es bleib noch etwas Zeit, weshalb der Bus noch einen kurzen ABstecer zum Platz der Pariser Kommune machte. Ihr erinnert Euch sicher an die Post und Notre Dame. Jetzt war ich froh, dass ich angesichts der knappen Zeit vormittags schon mal hier war und in Ruhe mich umsehen und fotografieren konnte.
Dieses Hochzeitspaar "erwischte" ich am Vormittag:


Bald ging es auch schon zurück ins Hotel, denn wir hatten ja einen offiziellen Termin beim Botschafter, um mit ihm, seiner Frau und vielen anderen Gästen aus Wirtschaft und Politik Vietnams und Deutschlands auf den Tag der Deutschen Einheit anzustoßen. (Ein Schelm, wer jetzt angesichts des Datums Böses denkt ...)
Das Essen war toll, es gab genügend Bier, und bis auf unsere Gruppe und den MdB Friedrich Merz kannte ich keine Menschenseele, so dass ich den Abend in Ruhe genießen konnte.

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Sonntag, 26. Oktober 2008
Ansichten
By ralfweyda, 11:40

Das nächste Highlight meines dreitägigen Vietnam-Besuchs war eine Besichtigungstour im eigentlichen Stadtzentrum von Saigon. Obgleich eine offizielle Stadtrundfahrt seitens des Veranstalters geplant war, entschlossen wir uns, schon vorab einige Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Wie sich später herausstellte, war das eine gute Idee.


Das ist das Rex Hotel. Während des Krieges war das Hotel US-amerikanischer Stützpunkt und Offiziersunterkunft. Dem Liebhaber heldenhafter amerikanischer Filme über den Vietnamkrieg wird es bekannt vorkommen. Ja genau, das ist das Hotel, von dessen Dach, wie auch vom Dach der amerikanischen Botschaft, die Evakuierung der letzten US-Amerikaner mit dem Hubschrauber erfolgte. Bemerkenswert, dass es immer noch den alten Namen trägt.

Ein sehr interessantes und sehenswertes Gebäude ist das Hauptpostamt in Saigon. Es wurde von Gustave Eiffel entworfen, als Vietnam noch französische Kolonie war.


Im Postamt gibt es immer noch den Posten des Briefeschreibers. Er wurde damals geschaffen, um auch den Menschen, die nicht Schreiben konnten, das Versenden von Briefen zu ermöglichen. Sie konnten zum Briefeschreiber gehen und erzählten ihm einfach, was sie nicht schreiben konnten, und der Briefeschreiber schrieb es auf. Auch wenn heute die Zahl der Analphabeten sehr gering ist, wird an diesem Posten festgehalten.



Der alte Herr, der da milde vom Bild an der Wand auf die Besucher herablächelt, ist der allgegenwärtige Ho Chi Minh. Er wird von den Menschen immer noch sehr verehrt.

Ach ja, falls sich jemand schon die Frage gestellt haben sollte, wieso schreibt der immer von "Saigon". Es heißt doch eigentlich Ho Chi Minh City...
Das ist richtig. Offiziell heißt die Stadt Ho Chi Minh City, im offiziellen Gebrauch, wie bei Postanschriften oder auf Briefköpfen und Visitenkarten wird der offizielle Name benutzt. Im täglichen Gebrauch ist "Saigon" aber üblich. Es ist auch kein Vietnamese böse, wenn man den Namen "Saigon" benutzt. Allerdings ist Saigon nur der alte Stadtkern, der mit "District 1" bezeichnet wird. Nach dem Ende des Krieges wurde Saigon 1976 in "Ho Chi Minh City" umbenannt und viele umliegende Siedlungen zu Distrikten zusammengefasst und integriert. Spricht man heute von Saigon, so sind diese Distrikte nicht gemeint.

Gleich neben dem Postamt am Platz der Pariser Kommune steht Notre Dame mit der Statue der Jungfrau Maria.



Sehr ungewöhnlich für einen standardisierten Mitteleuropäer ist die Elektroinstallation anzuschauen. Vermutlich führt ein Teil dieser Leitungen keinen "Saft". Und wenn jemand in seinem Bastelkeller Strom braucht, zieht er sich einfach eine Strippe, so scheint es jedenfalls.

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Samstag, 25. Oktober 2008
Binh Thanh Market
By ralfweyda, 19:32

Der Besuch des Binh Thanh Market sei die ultimative Empfehlung, wenn man in Saigon weilt. Sagte man mir jedenfalls. Also habe ich diesen Markt besucht. Das Angebot ist breit gefächert und reicht von Lebensmitteln fast aller Art über richtig gutes Kunsthandwerk zu Unmengen an Kitsch und billigen Uhren. Natürlich sind das alles Spezialmodelle für den vietnamesischen Markt. Wie die Jeans und T-Shirts auch...



Der geneigte Besuche sollte auch schon über ein gerüttelt Maß an Standfestigkeit und Widerstandskraft verfügen. Die verkäuferische Verhaltensbandbreite reichte nämlich von "aufdringlich" - das ist die harmlose Variante - bis "Klette". Wenn man Pech hat, läuft "Klette" mit dem T-Shirt in der Hand bis zum Hotel hinterher und redet unablässig auf den kaufunwilligen Besucher ein ...
Trotzdem hat es mir Spaß gemacht, mich in diesem Markt umzuschauen.
Beim Besuch der Fleischabteilung allerdings machte ich mir so meine Gedanken. Immerhin ist dort nichts klimatisiert, und es waren mehr als 30°C.



Also sah ich mir noch die Fischabteilung an. Diese befand sich außerhalb des Marktes unter freiem Himmel. Der Fisch war unbedingt als frisch zu bezeichnen, denn er lebte ja noch. Ganz eindrucksvoll bewies mir das ein grüner Müllsack, der auf dem Fußboden lag. Als ich daran vorbeischlenderte, sprang der Müllsack unvermittelt etwa einen halben Meter in die Höhe. Offensichtlich war sein Bewohner etwas gereizt.


Blick auf die Fischabteilung.


Wie ich schon erwähnte, räumen die Händler abends bei Schließung des Marktes ihre Verkaufsstände nach draußen und bauen rund um den Markt einen Nachtmarkt auf. Dann verwandeln sich die Straßen in eine Fress- und Einkaufsmeile. Es reiht sich dann ein Straßenrestaurant an das andere. Das Angebot war abwechslungsreich und sehr preiswert. Allerdings hatte ich ja schon gegessen, und nach der Besichtigung der Lebensmittelabteilungen hätte ich wahrscheinlich keinen rechten Appetit gehabt. Ich möchte den Leuten nichts nachsagen, sauber und ordentlich sah das alles aus und sehr einladend.



Hier "tobt" dann das Nachtleben. Allerdings sieht man nicht wirklich Neues, bis auf die Straßenrestaurants und die Damen mit dem speziellen Dienstleistungsangebot.
Die Verkaufsstände besaßen eine frappierende Ähnlichkeit zu denen, die ich hier bei uns schon auf dem einen oder anderen "Trödelmarkt" gesehen hatte. Später sollte ich feststellen, dass man das Ganze noch erheblich steigern kann ...

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Donnerstag, 23. Oktober 2008
Bootsfahrt auf dem Saigon River
By ralfweyda, 18:44

Der nächste Tag war erst einmal mit Arbeit angefüllt. Zuerst erfuhren wir einiges Wissenswerte über das Land, das Leben in Vietnam, die wirtschaftlichen Verhältnisse und einige Gepflogenheiten im Umgang mit Geschäftsleuten und Behörden. Vor allem die Beziehungen zu letzteren sollten äußerst sorgfältig gepflegt werden...

Nun, die Geschäftsleute, mit denen ich an diesem Tag sprach, waren alle sehr interessiert, aufgeschlossen und freundlich. Es war eine angenehme Atmosphäre, in der die Gespräche stattfanden. Und wie ich den Visitenkarten entnahm, kam da nicht mal irgendjemand nur so zum Plausch.

Eigentlich sollte die Bootsfahrt erst am Dienstag stattfinden, doch wir erhielten alle eine Einladung, mit dem Bundeswirtschaftsminister und seiner Delegation sowie Vertretern der Botschaft den Tag der Deutschen Einheit zu feiern. Also wurde die Bootsfahrt kurzerhand auf den Montag vorgezogen. Auch nicht schlecht, wie ich fand.
Auf der Homepage des Veranstalters hatte ich mich ja schon mal umgesehen,

www.bonsaicruise.com.vn/

aber in natura sah das Empfangskommittee natürlich viel besser aus:


Das Boot war ja eine schwimmende Kneipe. Sehr schön, dass es mein Lieblingsbier "Tiger" gab ...
Auch das Buffet ließ keine Wünsche offen. Alle Leckereien von Fisch und Seafood über verschiedene Fleischgerichte bis hin zu allerlei Suppen, Gemüse und Obst wurden angeboten.


Neben den kulinarischen Genüssen wurden auch noch kulturelle Schmankerl angeboten. Unsere Begleiterin erklärte uns, dass es sich dabei um Szenen aus der vietnamesischen Geschichte handelte. Alles Dargebotene war insgesamt sehr sehenswert und stimmungsvoll, dazu das vorzügliche Essen und das gute Bier...


Wahrscheinlich schon etwas benebelt vom Bier versuchte ich mich dann an der vietnamesischen Interpretation der österreichischen Vorstellung von einer deutschen Bratwurst.


Der Schiffseigner ist Österreicher, und Gott weiß, wo er die "Bratwurst" aufgetrieben hatte...
Da half nur, schnell mit Bier herunterspülen. Allerdings hat er diese Entgleisung wieder wett gemacht. Er gab einfach eine Saalrunde irgendeines Reisschnapses aus. Auch gut! Nach rund zwei Stunden war die Fahrt dann vorbei. Schade, denn es war ein wunderschöner Abend.

Natürlich war es noch viel zu früh, um schon ins Bett zu kriechen. Also sah ich mir noch ein wenig den Binh Thanh Market bei Nacht an. Binh Thanh soll der flächenmäßig größte Einkaufsmarkt Saigons sein. Abends schließt er allerdings, dann räumen die Händler ihre Stände einfach auf die Straße und bauen einen Nachtmarkt rund um Binh Thanh auf.

- wird fortgesetzt -

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Mittwoch, 22. Oktober 2008
Ungewohntes Verkehrschaos
By ralfweyda, 19:18

Es gibt in Saigon etwa 3 Millionen Mopeds. Meist hatte ich den Eindruck, dass mindestens die Hälfte davon gerade auf der Straße unterwegs ist, die ich zu überqueren gedachte. Zu dem Gewühl gesellte sich dann noch das unablässige Hupkonzert. Ich sage es gleich vorweg: Ich habe mich auch nach drei Tagen nicht daran gewöhnen können und empfand es als ziemlich nervig.


Die Preise für die Mopeds bewegen sich zwischen 400 und 10.000 US-Dollar. Am Moped erkennt man den sozialen Status des Chauffeurs.

Am Abend waren wir zum Essen eingeladen. Wir wurden mit dem Bus vom Hotel abgeholt und zum Restaurant gefahren. Die Fahrt dauerte allerdings nur etwa 5 Minuten. Angesichts der Temperaturen zwar nicht schlecht, weil der Bus ja klimatisiert war, aus umweltpolitischer Sicht jedoch durchaus verzichtbarer Luxus.

Ja, das  Klima...
Gleich am ersten Tag geriet mein Wäscheplan völlig durcheinander. Ich schwitzte und schwitzte und musste mich schon mal ungeplant umziehen. Bei 20  Kilogramm Freigepäck muss man sich schon ein wenig einschränken. So plante ich meinen Bedarf an Hand meiner Erfahrungen aus Singapore, Malaysia und Korea. Aber Vietnam spielte da irgendwie nicht mit.

Nun, das Essen war ausgezeichnet, es gab Fisch, Meeresfrüchte, Gemüse und Fleisch. Typisch asiatisch, gutschmeckend und ausreichend.
Nach dem Essen wurden wir wieder zum Hotel gefahren. Ich genoss noch ein wenig die schöne Aussicht auf der Terasse im 10 Stock des Hotels.

Bei einem Drink ließ ich die Erlebnisse der letzten Stunden noch einmal Revue passieren. Der nächste Tag würde erst einmal ordentlich Arbeit bringen, aber deshalb waren wir ja hier...
Angesichts des prall gefüllten Plans für den 6. Oktober und der merklich zunehmenden Müdigkeit entschloss ich mich, nach einem kurzen Blick auf die Stadt

dann doch ins Bett zu gehen.

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Dienstag, 21. Oktober 2008
Endlich Millionär!
By ralfweyda, 19:05

Zum Zeitvertreib und bis zum Eintreffen der übrigen Teilnehmer dieser Reise - es handelte sich um eine von der IHK organisierte Unternehmerreise - schaute ich mich auf dem Flughafen noch ein wenig um. Wobei das jetzt großartiger klingt, als es war. Die Empfangshalle bot ja nichts außer den Schaltern der Tourismusbüros und Wechselstuben. So schaute ich mir die eintreffenden Reisenden an. Die karrten alle mindestens drei Koffer oder Taschen oder große Pappkartons nach Hause. Ich hatte den Eindruck, dass die Hälfte der vietnamesischen Warenimporte hier realisiert wird.

An einem Geldwechselschalter überlegte ich mir, doch mal einen 50-Euro-Schein hinzulegen. Ich bekam immerhin 1.074.300 Dong dafür. Selbstverständlich hatten alle Money Changer denselben Wechselkurs. Jetzt war ich gespannt, was ich mit dem vielen Geld so alles anfangen konnte ...

Nach und nach trudelten die Anderen ein und es ging mit einem klimatisierten Bus zum Hotel. Die Organisation klappte vorzüglich.

Natürlich machte ich die ersten Fotos gleich aus dem Bus. Mir fiel sofort die Unmenge an Mopeds auf. Das Bild gibt das noch nicht wieder, später sollte ich noch viel mehr Zweiräder sehen.
Glücklicherweise erzählte Irgendjemand im Bus, dass er gehört habe, man solle als Fußgänger in Saigon zügig und ohne zu zögern bei vollem Verkehr die Straßen überqueren. 'Das probierst Du mal aus!' dachte ich so bei mir.
Doch zunächst erinnerte ein heftiges Schaukeln des Busses an den schlechten Straßenzustand. Viele der Häuser am Straßenrand sahen auch nicht mehr taufrisch aus. Alles machte einen trostlosen und zusammengewürfelten Eindruck. Es war ein Kulturschock, irgendwie hatte ich von dieser Metropole mehr erwartet. Sicher, jahrzehntelange Kriege haben ihre Spuren hinterlassen, und Wiederaufbau kostet Geld. Es wird auch fleißig gebaut, man kann viel Neues sehen und auch das Bemühen. Aber insgeheim hatte ich erwartet, dass sie weiter sind...

Ziemlich unvermittelt kamen wir am Hotel an. Auch hier klappte die Organisation vorzüglich, da die Zimmer bereits alle auf unsere Namen reserviert waren. So genossen wir den Service des Express-Check-In und kamen ziemlich bald in die Zimmer.
Ganz meinem Motto "Schlafen kann ich, wenn ich tot bin!" folgend zog ich, die Taschen voller Geld,  bis zum ersten offiziellen Termin noch mal los auf eine erste Erkundung der näheren Hotelumgebung. Allerdings kam ich nicht sehr weit, denn plötzlich öffneten sich am Himmel alle Schleusen. Glücklicherweise fand ich eine Unterstellmöglichkeit. Sofort war ich von Leuten umgeben, die mich neugierig, aber freundlich musterten. Also lächelte ich zurück, sagte freundlich "Good afternoon!" und erntete freundliches Gegröle. So verging die halbe Stunde, die der Wolkenbruch dauerte, doch sehr schnell.


Das Überqueren übte ich zuerst an schmaleren Straßen. Nachdem das klappte, traute ich mich dann auch mal an breitere Straßen, die doch ziemlich stark befahren waren. Keine Angst vor den Mopeds, aber man hüte sich vor den Bussen. Da habe ich doch lieber gewartet.
Ist man erst mal auf der Straße, heißt es: Augen zu und durch! Um Himmels Willen ja nicht zögern oder stehenbleiben, das ist lebensgefährlich! Die Mopedfahrer rechnen damit, dass man zügig weiter geht und peilen so ihren Kurs.
Außerdem kann man nie sicher sein, dass nicht jemand aus der anderen Richtung kommt und in den Gegenverkehr fährt. Verkehrsregeln sind dazu da, nicht eingehalten zu werden, und Rot ist auch nur eine Farbe ...
Aber es ging alles glatt, wie Ihr ja jetzt lesen könnt.

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Montag, 20. Oktober 2008
Es geht schon wieder los!
By ralfweyda, 18:50

Liebe Freunde,

kaum, dass ich am 7. September wieder zu Hause war, ging es an die Vorbereitung der nächsten Reise, welche mich vom 4. bis zum 16. Oktober nach Vietnam, Malaysia und Singapore führen sollte.

Nach den recht guten Erfahrungen der letzten Unternehmung setzte ich mich also frohgemut an das Rechengerät, um mir bei der Bahn ein Ticket zu organisieren. Als geübter Anwender der Online-Plattform gingen die Eingaben recht schnell, der Suchvorgang ebenso. Doch was ich dann sah, ließ mir die Haare zu Berge stehen:

Keine Chance, in einer einigermaßen annehmbaren Zeit und pünktlich von Hermsdorf-Klosterlausnitz nach Frankfurt/Flughafen zu kommen. Mit der passendsten Verbindung wäre ich gute zehn (!) Stunden unterwegs gewesen. Der 4. Oktober war ja ein Samstag, und nach einem Feiertag scheint ein Samstag ein denkbar ungeeigneter Tag zum Verreisen zu sein,  jedenfalls nach Ansicht der Bahn.
Die Zahl der ICE war plötzlich von 5 auf einen zusammengeschrumpft, und mit diesem Einen wäre ich zu spät gekommen.

So hat eben die Autovermietung und ein nicht näher genannter Mineralölkonzern die Kohle abgefasst. Die Autofahrt - der gefährlichste Teil der Reise - verlief völlig programmgemäß. Ohne Zwischenfälle erreichten wir Frankfurt, mit einer Ausnahme: an der Tankstelle, kurz vor der Abgabe des Leihwagens, fiel der Chef angesichts des Verbrauchs fast aus der Fassung ...

Auf dem Flughafen selbst war alles wie immer: kaum freie Sitzplätze, die wenigen unbesetzten waren verdreckt. Überall Papier und Müll, den fehlenden Mülleimern und Papierkörben geschuldet. Hier geht das Sicherheitsbedürfnis meiner Meinung nach etwas zu weit.
Doch wir entdeckten ein nettes Plätzchen, wo wir ganz ordentlich frühstücken konnten. Sogar der Kaffee war gut und die Bedienung freundlich.

Meine gute Stimmung bekam jedoch bald einen Dämpfer. Der sichtlich genervte Beamte am Security Check verlangte diesmal sogar, dass ich den Gürtel aus der Hose nehmen sollte. Natürlich hat ihn aufgeregt, dass ich nicht schon von selbst drauf gekommen bin. Er liebt eben seine Arbeit und macht sie wohl sehr gern.
Auf meine Frage, seit wann denn diese Festlegung bestünde, bellte er : "Das is' schon immer so!"
Nun, ich erlebte das zum ersten Mal und wunderte mich nicht weiter darüber, und wenig später wurde ich von den bezaubernden Mitarbeiterinnen der Singapore Airlines in Empfang genommen...

Der Flug selbst verlief sehr ruhig, es gab keinerlei Turbulenzen. So kam ich dann auch recht ausgeruht und aufgeregt in Singapore an. Die Zeit für den Transit war ausreichend, aber nicht zu lange. Also habe ich schnell eine E-Mail nach Hause abgesetzt und mich dann zum Gate für den Weiterflug nach Ho Chi Minh City begeben.
Nach knapp eineinhalb Stunden erlebte ich dann den Landeanflug in Saigon. So ein Tiefflug einer Boeing 777 - ein nicht eben kleines Flugzeug - über bewohntem Gebiet hat schon etwas sehr Spezielles. Ich fürchtete schon, der Clipper würde die Westantennen auf den Dächern rasieren.

Dann entfuhr ein Ausruf der Begeisterung meiner Kehle: neben dem Rollfeld konnte ich eine Batterie "Spatzenflak" - ZU 23-2 - in der Feuerstellung erkennen. Einem alten Flaki wie mir hüpft da sofort das Herz vor Freude ...
Die Gebäude und abgestellte Technik entlang der Rollbahn machten einen eher ernüchternden Eindruck. 'Mal sehen, wie das Empfangsgebäude des Flughafens aussieht', dachte ich so bei mir.

Aber wie Ihr sehen könnt, war es ein nagelneues Terminal. Und wie aus dem Ei gepellt, von dem blitzsauberen Fußboden hätte man essen können, wie man landläufig so sagt.
Den Zustand der Toiletten in Frankfurt noch vor Augen, machte ich natürlich gleich mal den obligatorischen Check: Eins-A mit Sternchen!

Kichernd erinnerte ich mich beim Anblick der Keramik an eine Story, die im Flieger auf dem Kanal "Easy Listening" zu hören war: Im Jahr 1997 ging die Gruppe Toto auf Gastspielreise nach Japan. Dort erregte sie ungewolltes Aufsehen und sehr große Heiterkeit, denn Toto ist zugleich der Name des größten japanischen Scheißhausherstellers Fabrikanten für Sanitärkeramik ...

Nun hieß es warten, bis wir abgeholt werden würden. Es sollte alles organisiert sein, wir waren nur früher dran ...

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Sonntag, 19. Oktober 2008
Auf Wiedersehen, Singapore!
By ralfweyda, 21:36

Mein Bericht über meine zweite Asienreise war noch nicht ganz beendet, da ging die dritte schon los...
Deshalb sei hier an der Stelle noch abschließend ein Beitrag eingefügt, bevor es an die nächsten Erlebnisse geht.

*    *    *
 
Der letzte Samstag verging unaufgeregt und recht erholsam.Ich freute mich zunehmend auf die bevorstehende Heimreise, denn zwei Wochen aus dem Koffer leben mag zwar aufregend sein, aber in das "normale" Leben zurückzukehren ist auch ganz schön. Und ich vermisste auch meine Familie.
Es passierte an diesem Samstag nicht mehr wirklich viel außer einem Einkaufsbummel und Treffen mit Freunden.
Das Abendessen fand - beinahe schon traditionell zu nennen - im "Chijmes" statt. Wie schon im Januar wählten wir das brasilianische Restaurant, dessen Namen ich mir nicht merken kann.
Diese fast ungezügelte "Fleischeslust" beim Rodizio ist das rechte Kontrastprogramm zu Fisch, Meeresfrüchten und Gemüse. Wohlschmeckend sind die über offenem Feuer gebratenen Köstlichkeiten, und so kann ich das Rodizio wirklich weiterempfehlen.

Am Sonntag ging es dann nach dem Frühstück zum Changi Airport. Wir hatten genügend Zeit, sodass ich noch gemütlich eine Tasse Kaffee genießen und an einem kostenlosen Internet-Terminal Grüße verschicken konnte.

Hier mal ein Blick in das im Januar eröffnete Terminal 3 des Changi Airport. Insgesamt macht der Airport einen sehr sauberen und freundlichen Eindruck, auch in den älteren Terminals. Ich fühle mich immer sehr wohl da.


Die lange Flugzeit nach Hause vertrieb ich mir unter anderem mit Kino. Noch einmal sah ich mir "Keinohrhasen" an, wirklich sehenswert. Irgendwann konnte ich nicht mehr sitzen und vertrat mir die Füße. In der 777-300 ER im hintersten Bereich ist das sehr gut möglich, und man ist direkt an der Quelle. Nach zehn Minuten Hin-und-Her-Wanderns steckte nämlich ein Steward den Kopf durch den Vorhang und erkundigte sich besorgt nach meinem Wohlbefinden. Ich sagte ihm, dass es mir noch besser ginge, wenn ich eine Tasse Kaffee bekommen könnte...
Von nun an hatte ich im 10-Minuten-Takt abwechselnd Kaffee, Wasser, Singapore Sling und Bier.
So verging dann der Flug doch recht schnell und ich war am Sonntag etwa um Mitternacht wieder zu Hause.

Die folgenden 4 Wochen waren arbeitsreich und schneller vorbei, als mir lieb war. Andererseits freute ich mich ja schon lange auf Vietnam ...


Blick auf Singapore kurz nach dem Start.

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Freitag, 10. Oktober 2008
Gruesse aus Kuala Lumpur
By ralfweyda, 17:07

Liebe Freunde,

 

herzliche Gruesse aus Malaysia!

Nach einiger Suche ist es mir gelungen, hier in Kuala Lumpur ein Internetcafe ausfindig zu machen. Vorgestern bin ich aus Saigon kommend hier eingetroffen, und ich bin recht froh darueber, wieder in "bekannten" Gefilden zu sein. Dazu spaeter mehr.

Mir geht es gut, das Ziel dieser Reise wird wohl erfuellt werden. Am Sonntag geht es planmaessig nach Singapore, wo bis zum Mittwoch noch etwas Arbeit ansteht. Nach meiner Rueckkehr werde ich dann die Bericht fortsetzen und mit den Bildern wuerzen. Es gibt einiges zu erzaehlen.

Also dann, bis spaeter.

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Freitag, 03. Oktober 2008
Kurze Meldung zwischendurch ...
By ralfweyda, 19:28

Liebe Leser,

an dieser Stelle unterbreche ich kurz, denn eine neue Reise steht unmittelbar bevor.

Morgen früh, am 4. Oktober, breche ich nach Vietnam auf.
Vom 5. bis 8. Oktober bin ich in Ho Chi Minh City. Danach verweile ich bis zum 12. Oktober in Kuala Lumpur, Malaysia. Vom 12. bis zum 15. Oktober hänge ich noch drei Tage Singapore dran. Nach der Rückkehr gibt es dann sicher wieder Interessantes zu lesen.

Bis dann, alles Gute!

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